Freilichtmuseum Speckenbüttel - Marschenhaus

Freilichtmuseum
Ländliche Wohnkultur zwischen Marsch, Moor und Geest.

Mitten im heutigen Gesundheitspark Speckenbüttel erwartet Euch ein Stück norddeutscher Vergangenheit: das Marschenhaus im Freilichtmuseum Bremerhaven. Seine Geschichte beginnt 1908 mit dem Engagement des Heimatforschers Dr. Johann Bohls, der bäuerliche Kulturdenkmäler aus Marsch und Geest bewahren wollte – und damit den Grundstein für das heutige Freilichtmuseum legte.
1927 wurde ein Marschenhaus aus Sandstedt in der Osterstader Marsch nach Bremerhaven versetzt. Der repräsentative Adelshof mit seinem ausladenden Reitdach fiel jedoch am 16. März 1946 einem Brand zum Opfer: Amerikanische Soldaten hatten fahrlässig mit Leuchtraketen aus ehemaligen deutschen Beständen hantiert und dabei das Dach in Brand gesetzt. Nur wenige Exponate konnten gerettet werden. Doch dank wiederentdeckter Unterlagen gelang die detailgetreue Rekonstruktion auf den alten Fundamenten. 1973 wurde das Haus feierlich wiedereröffnet – als sichtbares Zeichen für den Wert von Erinnerung und Bewahrung.

Auf der großzügigen Diele und in den Kübbungen entdeckt Ihr historische Geräte, Handwerkszeug und volkskundliche Sammlungen zur Geschichte von Marsch, Moor und Geest. Das Flett mit regionaltypischem Kachelofen, die Hadelner Dönz mit originalem Schrank und Stuckdecke sowie weitere museal eingerichtete Wohnräume geben authentische Einblicke in die ländliche Wohnkultur Norddeutschlands.

Heute könnt Ihr im Marschenhaus norddeutsche Geschichte hautnah erleben und in eine Zeit eintauchen, in der Marschbauern, Handwerk und ländliche Tradition das Leben prägten.

Ergänzt wird die Anlage durch historische Scheunen, Kutschen und landwirtschaftliche Geräte auf dem Außengelände – ein lebendiger Ort, der Vergangenheit bewahrt und zugleich Raum für Veranstaltungen bietet.

Die zwei historischen Scheunen erzählen weitere Kapitel norddeutscher Agrargeschichte. Die Bexhöveder Scheune, 1975 hier wiederaufgebaut, ist eine rund 300 Jahre alte Durchfahrtscheune aus Fachwerk mit Ziegelausmauerung und Reetdach. Sie steht an jener Stelle, an der bereits 1927 eine ähnliche Scheune errichtet worden war, die 1946 den Flammen zum Opfer fiel.

Ergänzt wird das Ensemble durch die Hosermühler Scheune, einen Nachbau von 2013. In ihrem Inneren entdeckt Ihr bäuerliche Arbeitsgeräte, historische Kutschen und ausgewählte Grabsteine – eindrucksvolle Zeugnisse ländlicher Lebens- und Arbeitswelten. Gemeinsam schaffen die Scheunen einen authentischen Rahmen, der Tradition, Handwerk und regionale Identität lebendig werden lässt.

Kommt vorbei und erlebt norddeutsche Bau- und Landwirtschaftsgeschichte hautnah!




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