Freilichtmuseum Speckenbüttel - Geesthofanlage
Rauchhaus - Leben unter einem Dach
Das Rauchhaus von 1629 bildet den Ursprung der Anlage und zählt zu den ältesten Gebäuden des Freilichtmuseums. Als typisches niederdeutsches Hallenhaus in Zweiständerbauweise vereinte es einst Mensch und Vieh unter einem Dach. Über die Diele gelangt Ihr auf das kieselsteingepflasterte Flett mit offener Feuerstelle – Herzstück des Hauses – sowie in die Dönzen, die Wohn- und Schlafräume der Familie. Zahlreiche historische Werkzeuge und Gerätschaften vermitteln anschaulich, wie hart und zugleich gemeinschaftlich das Leben auf einem Geesthof war.
Altenteilerhaus – Wohnen mit Geschichte
Das 1667 in Köhlen erbaute Altenteilerhaus wurde 1912 umgesetzt und ergänzt das Ensemble um einen weiteren authentischen Baustein. Ursprünglich als Rauchhaus genutzt, erhielt es beim Wiederaufbau Schornstein und Keller. Heute dient es als Funktions- und Veranstaltungsgebäude. Die historische Diele wurde behutsam ausgebaut und bietet einen stimmungsvollen Rahmen für kulturelle Veranstaltungen – unabhängig von Wetter und Jahreszeit.
Backhaus – Duft von frischem Brot
Das Backhaus aus Brunshausen bei Stubben erzählt von gemeinschaftlichem Backen auf dem Land. Noch bis in die 1950er Jahre nutzten mehrere Nachbarn den Lehmbackofen gemeinsam. Heute könnt Ihr hier traditionelle Backkultur entdecken. Mit viel Liebe zum Detail wurde das Gebäude saniert und mit authentischen Materialien wie Handstrichziegeln und Hohlpfannen restauriert.
Göpelschauer – Technik in Bewegung
Ein besonderes Highlight ist der Göpelschauer mit seinem funktionsfähigen Pferdegöpel. Diese frühe bäuerliche Maschine, bei der ein im Kreis laufendes Pferd über ein Getriebe andere Geräte antrieb, veranschaulicht eindrucksvoll den technischen Fortschritt in der Landwirtschaft. Die restaurierte Mechanik ist bis heute betriebsfähig – ein faszinierender Einblick in die Arbeitswelt vergangener Zeiten.
Zaunscheune, Schafstall & historische Fahrzeuge
Die sogenannte Tunschün, eine Zaunscheune aus Frelsdorf, beherbergt heute historische Kutschen, Leiterwagen, Pflüge und sogar eine Handfeuerspritze. Ergänzt wird die Anlage durch einen originalgetreu wiederaufgebauten Schafstall, der an die gemeinschaftlich genutzten Brinkflächen der Dörfer erinnert. Hier wird deutlich, wie eng Landwirtschaft und Dorfgemeinschaft einst verbunden waren.
Moorkate & Immenschauer – Leben am Rand der Moore
Die Moorkate aus der Kolonie Kransmoor steht exemplarisch für die einfachen Wohnverhältnisse der Moorbauern im 19. Jahrhundert. Nach einem Brand wurde sie detailgetreu rekonstruiert und zeigt heute die Vielfalt individueller Haustypen in frühen Siedlungen. Der benachbarte Immenschauer, ein historischer Bienenstand, erinnert an die traditionelle Imkerei, die Honig bis nach Bremerhaven lieferte.
Heute ist die Geesthofanlage ein lebendiger Ort, an dem Geschichte nicht hinter Glas, sondern in authentischen Gebäuden erzählt wird. Zwischen Reetdach, Fachwerk und offenen Feuerstellen spürt Ihr den Alltag vergangener Generationen – und erlebt norddeutsche Kultur in ihrer ursprünglichsten Form.
Kommt vorbei und entdeckt die Geesthofanlage – Geschichte zum Anfassen in Bremerhaven!
Gut zu wissen
Öffnungszeiten
täglich von 14:00 bis 18:00 Uhr
Montags geschlossen
Preisinformationen
Erwachsene: 2,00 €
Kinder (bis 14 Jahre): 1,00 €
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