Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) - Architektur

Besonderer Ort
Das markante Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung - AWI-Gebäude am Hafen besticht durch seine moderne Architektur. Ein Highlight für Baufans.
Das imposante Gebäude erhebt sich auf Pfählen stehend im Fischereihafen an der Doppelschleuse. Die Geometrie des Gebäudes mit den drei Türmen richtet sich nach der Lage des Grundstücks. 

Der renommierte deutsche Architekt Otto Steidle hat das Institutsgebäude entworfen und dabei Wert auf ökologisches, gesundes und nachhaltiges Bauen mit niedriger Gesamtenergiebilanz gelegt.

Der Bau wirkt wie in Stoff gehüllt. Die weißen, grauen und schwarzen glasierten Ziegel erinnern an einer Tweed-Muster. Quadratische Fenster sind versetzt bündig und vertieft eingesetzt. 

Die Kastenfenster sind zweischalig: Die äußeren, einfach verglasten und manuell aufklappbaren Metallfenster schützen die im Zwischenraum liegenden Sonnenschutzlamellen vor Wind und Regen. An der Innenseite können die isoliert verglasten Holzfenster nahezu witterungsunabhängig individuell eingestellt werden. Damit kommen die Büroräume ganz ohne Klimaanlage aus.

Durch die Anordnung der Fenster entsteht bei Sonnenlicht ein Schattenspiel, die das Glatte der Außenwand aufbrechen und die „textile Bekleidung“ massiv und leicht sowie von unten nach oben wirken lassen.

Im Inneren ist der Gebäudekomplex offen und abwechslungsreich gestaltet: Gassen, Plätze, Nischen und Höfe sowie Treppen, Brücken und Terrassen mit Durch- und Ausblicken sowie mit Gärten können hier entdeckt werden. Otto Steidle erfüllt hier einmal mehr sein zentrales Motiv, öffentliche Innenräume nach urbanem Vorbild von Straßen und Gassen zu gestalten. Zudem besitzt jeder Turm und jeder Hof eine andere Farbe: Sie sind Gelb, Grün, Schwarz und Weiß. Und das ist noch nicht alles: Ortstypische Pflanzen in den Höfen und auf den Dachbereichen setzen Steidles Prinzipien der Architektur fort und geben zudem botanische Hinweise zur Nähe der Küste.

Die rechtwinklig angelegten Freiflächen ergänzen in angenehmer Art den Arbeitsbereich der Forscherinnen und Forscher. Der beliebteste Ort ist jedoch die Dachterrasse mit Kantine im höchsten der drei Türme: Von hier aus eröffnet sich ein beeindruckender Rundblick über die Stadtlandschaft am Fluss.


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