Einigung über notwendige Sparmaßnahmen

Erlebnis Bremerhaven GmbH arbeitet künftig mit 58 Beschäftigten

Betriebsrat und Geschäftsführung der Erlebnis Bremerhaven GmbH haben sich im Zuge notwendiger Sparmaßnahmen auf einen Sozialplan und einen Interessenausgleich verständigt. Die Bundesagentur für Arbeit wurde darüber informiert, dass im Rahmen der Restrukturierung insgesamt 25 Beschäftigte betroffen sind.

Hintergrund sind die Konsolidierungszwänge im Haushalt der Stadt Bremerhaven, die auch die kommunalen Beteiligungen betreffen. Um eine ausgeglichene Wirtschaftsplanung zu erreichen, sah sich die Geschäftsführung zu restriktiven personalwirtschaftlichen Maßnahmen gezwungen. Künftig wird die Erlebnis Bremerhaven GmbH ihre Aufgaben nicht mehr mit 83, sondern mit 58 Beschäftigten erfüllen.

Die Umsetzung sieht vor, im Laufe des Jahres 13 geringfügig Beschäftigten und Aushilfskräften zu kündigen sowie drei Vollzeitstellen abzubauen. Durch auslaufende Verträge, Kündigungen und Aufhebungsverträge verlassen weitere neun Mitarbeitende das Unternehmen. Die ersten betriebsbedingten Kündigungen werden Ende März wirksam.

Geschäftsführung dankt der Belegschaft

„Es waren keine leichten Gespräche und wir haben es uns nicht einfach gemacht, das Unternehmen durch eine Restrukturierung auf diese Herausforderungen auszurichten“, sagt Geschäftsführer Michael Gerber. Er ist dem Betriebsrat dankbar für die erzielte Einigung. Allen Beschäftigten dankt er ausdrücklich in der für das Unternehmen herausfordernden Phase für ihre Arbeit. Bis zum Abschluss des Verfahrens hatten sich Betriebsrat und Geschäftsführung darüber verständigt, sich nicht öffentlich zu äußern. Die Einigung ermögliche nun, die strukturellen Veränderungen des Unternehmens zu erklären, so Gerber. 

„Zentrale Maßgabe aller personalwirtschaftlichen Überlegungen war, wie wir in den Bereichen Tourismus, Stadtmarketing und Veranstaltungsmanagement unsere Aufgaben möglichst uneingeschränkt weiter erfüllen können“, sagt Gerber. Im Zuge der Restrukturierung gibt die Erlebnis Bremerhaven GmbH die Tourist-Information im Schaufenster Fischereihafen auf. Die Tourist-Info am Neuen Hafen bleibt sonntags geschlossen. Zudem beendet das Unternehmen sein eigenständiges Auslandsmarketing, kündigt die Mitgliedschaft im Städte-Netzwerk „about cities“ und nimmt Einsparungen unter anderem in den Bereichen Reisemobilplätze, Lager, Logistik und Kommunikation vor. „Der Stellenabbau wird sich auf die Servicequalität auswirken.“

Für Gerber ist es wichtig zu betonen, dass die Erlebnis Bremerhaven GmbH sich von einer reinen Marketing- zu einer Managementorganisation mit Verantwortung für die gesamte Destination entwickelt und deren Akteure vernetzt. Diese Rolle sei auch eine zentrale Erkenntnis des Deutschen Wissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr (dwif) bei der Fortschreibung des Tourismuskonzepts Bremerhaven 2030.

Gerber: Unsere Ziele bleiben die gleichen

„Wir haben versucht, die Restrukturierung so auszugestalten, dass wir grundsätzlich handlungsfähig bleiben“, so Gerber. „Wir haben die feste Absicht, als Team auch weiterhin mit großem Engagement daran mitzuwirken, die Tourismuswirtschaft als bedeutenden Wirtschaftszweig der Stadt zu stärken und zu einer widerstandsfähigen Branche weiterzuentwickeln.“ Ziel bleibe es, Bremerhaven als führendes, nachhaltiges und maritimes Reiseziel an der Nordsee zu entwickeln, Übernachtungszahlen zu steigern und die touristische Wertschöpfung zu erhöhen.

Mit Blick auf die laufenden Haushaltsberatungen 2026/27 macht Gerber zugleich deutlich, dass weitere Einsparungen und Kürzungen des Betriebskostenzuschusses mit einem erneuten Personalabbau verbunden wären. „Das würde sich erkennbar auf die Umsetzung des Tourismuskonzepts auswirken“, so Gerber. Darauf habe das dwif bei der Präsentation des Konzepts im Finanz- und Wirtschaftsausschuss der Stadtverordnetenversammlung bereits hingewiesen.

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